Schlossgeschichte
Wie die Geschichte vieler anderer Erfindungen führt auch die der Schloss und Sicherungsmechanismen in die Frühzeit aller Kulturen zurück. Die ältesten Funde sind ägyptischen Ursprungs und stammen aus dem 4. Jahrt. v. Chr. Dabei handelt es sich um einfache hölzerne Riegelschlösser, die an der Innenseite der Tür angebracht waren. Um die Tür von außen zu öffnen oder zu schließen, zog man an einem Lederband, das durch ein Loch in der Tür mit dem Riegel verbunden war. Der erste mit einem Schlüssel zu bedienende Sicherungs- mechanismus war ein Fallriegelschloss, das im 3. Jahrt. von den Hethitern entwickelt wurde. In seinem oberen Teil befanden sich Stifte, die beim Schließen der Tür durch ihr Eigengewicht in die Löcher eines Riegels fielen und ihn derart blockierten. Führte man den passgenau mit Zinken versehenen Schlüssel in das Schloss ein, hebt er die Stifte wieder an und gibt den Riegel frei. Das hethitische Fallriegelschloss war fast 2000 Jahre lang nahezu unverändert in Gebrauch und findet sich noch an den Schatzkammern griechischer Heiligtümer aus dem 6. Jahrh. v. Chr. Auf seiner Basis entwickelten die Römer im 1. Jahrh. n. Chr. die erste vollständig aus Metall gefertigte Schlosskonstruktion. Zum römischen Schloss gehört ein gewinkelter Schlüssel, dessen Drehung Sperrstifte nach oben oder unten drückt. Dabei entwickelten sie nicht nur Tür-, sondern auch Vorhängeschlösser und erreichten fertigungstechnisch einen so hohen Standard, dass diese bis zum 19. Jahrh. unübertroffen blieben. Einen bedeutsamen Aufschwung nahm die Schlossherstellung mit der Mechanisierung des Erzabbaus im späten Mittelalter, in deren Folge bedeutend größere und deshalb auch kostengünstigere Mengen an Eisen zur Verfügung standen. Damit nahm auch die Kunstfertigkeit der Schlosser zu, die der Präzision der Uhrmacher bald in nichts nachstand. Die Mechanisierung der Produktion im Zuge der industriellen Revolution führte dann zu einem so gewaltigen Schub in der Entwicklung der Technik, dass im Übergang zum 19. Jahrh. allein in der Schließtechnik mehr Erfindungen gemacht wurden als im gesamten vorhergehenden Jahrtausend. Da die maschinelle Herstellung ungleich höhere Stückzahlen ermöglichte, hörten Schlösser und Schlüssel auf, Prestigegüter zu sein und wurden zum Massenprodukt. Wesentlichen Anteil daran hatten die Erfindungen zweier Londoner Schlosser. Der erste, Joseph Bramah, entwickelte 1784 das Zylinderschloss zur Patentreife. Sein mit Schlitzen und Aussparungen versehener Schlüssel bewegt die federnden Sperrsegmente eines Zylinders, mit dessen Drehung der Türriegel geöffnet oder verschlossen wird. |

Im oberen Teil des Fallriegelschlosses befinden sich die Fallriegel, die so genannten Zuhaltungen. Durch ihr Eigengewicht fallen die Stifte in Löcher im Riegel und blockieren ihn. Die „Zinken“ am Ende des Schlüssels heben die Fallstifte an und geben so den Riegel wieder frei.

Das Ende des Schlüsselhalmes besitzt unterschiedlich tiefe Einschnitte.

Das Kernstück des Bramahschlosses sind Metallplättchen, die in einer bestimmten Höhe eingekerbt und radial um das Schlüsselloch angeordnet sind.
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